Erneut meldet das Regenbogenkombinat in Cottbus in seinen sozialen Medien einen queerfeindlichen Vorfall im Eingangsbereich seiner Einrichtung. Im Zeitraum vom 19. zum 20. März wurde ein Regenbogenbanner beschmiert.
Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von Straftaten (Sachbeschädigungen, Brandstiftungen, verfassungsfeindliche und queerfeindliche Schmierereien) ein, denen das Regenbogenkombinat seit über zwei Jahren regelmäßig ausgesetzt ist.
Angriffe auf die queere Infrastruktur haben in den letzten Jahren in Berlin und Brandenburg zugenommen.
„Queerfeindliche Straftaten sind immer vorurteilsbehaftet und sind Botschaftsstraftaten. Queere Sichtbarkeit soll verhindert und queere Menschen verängstigt und eingeschüchtert werden.“ so Marco Klingberg, Landesvorsitzender von VelsPol Berlin-Brandenburg. "Auch die intensiven Bedrohungslagen gegen CSD-Veranstaltungen sorgen für Verunsicherungen in der queeren Community nicht nur in Brandenburg.
Erst am vergangenen Mittwoch befasste sich in seiner 10. Sitzung das Begleitgremium zur Umsetzung des Landesaktionsplanes "Queeres Brandenburg" mit der Thematik Hasskriminalität gegen LSBTIQ* in Brandenburg und wie diese verhindert werden kann.
Erneut rufen wir die Landesregierung auf queere Sichtbarkeit im ländlichen zu stärken und queere Beratungsangebote und Strukturen zu unterstützen und zu fördern.
Der Maßnahmenkatalog des „Aktionsplans für Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, für Selbstbestimmung und gegen Homo- und Transphobie“ im Land Brandenburg muss weiterhin gesamtgesellschaftlich umgesetzt werden. Aus der aktuellen Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion "Straftaten gegen die "Sexuelle Orientierung" und "Geschlechtsbezogene Diversität" in Brandenburg" zeigt auf für 2025 einen deutlichen Anstieg der queerfeindlichen Straftaten. Dem muss entschieden entgegengewirkt werden. Die erfassten Straftaten decken nur das sogenannte Hellfeld ab. Das Dunkelfeld ist weit höher. Bekannt ist, dass nur jede zehnte Straftat angezeigt wird. Das Anzeigeverhalten und das Vertrauen in die Arbeit muss erhöht und gestärkt werden.
Eine gute Arbeit leisten hier die polizeilichen Ansprechpersonen für LSBTIQ in der Polizei Berlin und Brandenburg, die immer für entsprechende Themen und ansprechbar sind.
Berlin, 22.03.2026